Sonntag, 2. Oktober 2011

Hacker klauen Patienten-Datenbank in Österreich
Österreichs ELGA in der Datenschutz-Kritik
Breite Zustimmung für deutsche elektronische GesundheitsKarte

Fast "wie bestellt" kam einen Tag nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Deutschland aus dem Nachbarland Österreich die alarmierende Meldung, dass Hacker dort 600.000 Patientendaten geklaut haben. Während ein Standesvertreter der Ärzte in Österreich nun vor der dortigen "Elektronischen Gesundheitsakte ELGA warnt, hat in Deutschland Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar grünes Licht für die eGK gegeben (siehe cL-Bericht Elektronische Gesundheitskarte wird seit heute eingeführt)


Bei dem Datenskandal in Österreich hatte sich die Hacker-Gruppe "Anonymous Austria" Besitz über eine umfassende Datenbank der Tiroler Gebietskrankenkasse mit mehr als 600.000 Patientendaten verschafft. Wie die Ärzte Zeitung heute berichtete, zeigte sich der Vzepräsident der Wiener Ärztekammer, Johannes Steinhart, nicht wirklich überrascht: "Es war nur eine Frage der Zeit, bis Patientendaten in die Hände von Hackern gelangen", so Steinhart.

Der österreichische Standesvertreter kritisiert, es sei immer die Rede von der Qualitätsverbesserung gewesen, die die E-Medikation und die Elektronische Gesundheitsakte ELGA bringen würden. Die Vorfälle der letzten Zeit beweisen nach Meinung von Steinhart, dass die Verantwortlichen weder das technische Know-how noch eine Chance hätten, Daten so zu speichern, dass sie unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen könnten.

   "Daten in der Obhut der Ärzte belassen"   

Der Funktionär der Wiener Ärztekammer plädierte dafür, es sei "am sichersten ist, Medikations- und Gesundheitsdaten in der Obhut der behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu belassen".

Ganz anders die Einschätzung des Vorsitzenden der deutscen Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Carl-Heinz Müller. Er forderte anlässlich der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zum 1. Oktober in Deutschland, schnell die Zusatzfunktionen der neuen elektronischen Gesundheitskarte umzusetzen. „Wir brauchen den Notfalldatensatz auf der Karte, der die Behandlung in akuten Fällen erleichtern würde“, sagte Müller. 

Wichtig sei auch, dass die elektronische Fallakte eingeführt wird und damit die Kommunikation zwischen Ärzten und Krankenhäusern verbessert wird. Damit könnten gerade die wichtigen Ziele der Einführung der Karte, Doppeluntersuchungen und Doppelmedikation zu verhindern, umgesetzt werden.

   Deutscher Ober-Datenschützer: Keine Bedenken   

Der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar, hat keine Bedenken in Sachen Datenschutz. Zwar gebe es nie einen hundertprozentigen Schutz, die Gesundheitskarte komme diesem aber „weitgehend nah”, betonte Schaar. Insgesamt sei „viel mehr an Datenschutz und -sicherheit vorhanden als bei vielen anderen Projekten”.

jos

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