Montag, 20. Juni 2011

Entwurf für neues Versorgungskonzept
ignoriert neurologische und psychiatrische Patienten

Neurologische und psychiatrische Patienten aller Altersklassen müssen zu lange auf eine fachärztliche Behandlung warten. Das kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft Neurologie und Seelische Gesundheit., Als Grund für die sich verschärfenden Versorgungsdefizite nennt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, FRank Bergmann aus Aachen, eine „seit Jahren verfehlten Bedarfsplanung“ sowie „Fehlsteuerungen und falsche Anreize“.


Konkret moniert die Arbeitsgemeinschaft, dass der Referentenentwurf für das neue Versogungsgesetz die Versorgungsdefizite von Patienten mit Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) ignoriere. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, führe das nach Ansicht der Kritiker neben den zu langen Wartezeiten dazu, dass Ärzte diese Patienten wegen enger Budgetierungen nicht in ausreichendem Umfang behandeln könnten.

„Erkrankungen des ZNS wie Schlaganfall, Parkinson und Demenz werden aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen“, warnte Bergmann. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Neurologie und Seelische Gesundheit fordere daher den Gesetzgeber auf, eine den Bedürfnissen angepasste Versorgungsstruktur zu initiieren.

„Dazu gehört neben dem Ausbau und der Verbesserung der ambulanten Pflege vor allem der Erhalt und die Förderung der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung durch Neurologen und Psychiater“, betonte er.

Wichtig seien außerdem ein verbessertes Entlassungsmanagement nach stationärer Therapie sowie eine bessere Abstimmung mit komplementären sozialpsychiatrischen Angeboten und psychotherapeutischen Leistungen. „Die aktuellen im Gesetzgebungsverfahren vorgesehenen Regelungen werden den spezifischen Bedürfnissen von Patienten mit neurologischen beziehungsweise psychiatrischen Erkrankungen in keiner Weise gerecht“, so Bergmanns Fazit.

jos


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