Donnerstag, 14. April 2011

Medizinischer Dienst:
Für niedrigschwellige Angebote an Menschen mit Demenz

Rund ein Drittel der Menschen, die einen Antrag auf häusliche Pflege stellen und mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen leiden bereits an Demenz oder sind wegen anderer gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt - Tendenz stark steigend,  Der Medizinische Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) forderte beim heutigen "Pflegedialog Demenz" mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, die Versorgung von Menschen mit Demenz weiter zu verbessern. Vor allem niedrigschwellige Entlastungs-, Unterstützungs- und Beratungsangebote müssten weiter ausgebaut werden.


Wie auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft forderte der MDS einen neuen Pflegebegriff, der auch die Bedürfnisse dementer Menschen berücksichtige. Der Sozialverband Deutschland (SoVD forderte beim heutige Pflegedialog die Bundesregierung zu einer Initiative für einen gesamtgesellschaftlichen Aufbruch für die von Demenz betroffenen Menschen und ihren Angehörigen auf. SoVD-Präsident Adolf Bauer: "Über Demenz muss wirksamer informiert und aufgeklärt werden, damit die Gesellschaft verständnisvoll und solidarisch reagieren kann. Notwendig ist ein Handlungskonzept mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen. Ziel muss es zum Beispiel sein, die Möglichkeiten der Prävention in der Pflege umfassend zu erkennen und voll auszuschöpfen."

"Menschen mit Demenz wollen und sollen möglichst lange in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können. Das muss bei der Ausgestaltung der Leistungs- und Versorgungsangebote berücksichtigt werden“, forderte forderte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der gesetzlichen krankenkassen. Demenzen müssten möglichst frühzeitig erkannt werden, um die bestehenden Therapieangebote – medikamentöse wie nichtmedikamentöse – nutzen zu können. Dies erfordere eine enge Vernetzung der Behandlung, Pflege und Betreuung zwischen Hausärzten, Fachärzten, nichtärztlichen Therapeuten und Pflegenden.

Gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist der MDS der Ansicht, dass für die Pflege von Menschen mit Demenz außerdem die Einführung des neuen Pflegebegriffs zentrale Bedeutung habe. Mit dem neuen Pflegebegriff werde neben dem körperlichen Hilfebedarf auch der Bedarf bei der Alltagsbewältigung, Kommunikation und Beschäftigung in den Blick genommen.

„Der neue Pflegebegriff wird Impulse für die verbesserte Versorgung der Menschen mit Demenz setzen und die seit langem bestehende Ungleichbehandlung von somatisch Erkrankten und demenziell oder psychisch erkrankten Menschen aufheben", so MDS-Geschäftsführer Pick. Mit seiner ganzheitlichen Sichtweise schaffe er die Voraussetzung, um die Potenziale zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit durch präventive und rehabilitative Maßnahmen besser zu nutzen. Darüber hinaus biete er eine geeignete Grundlage, um die Leistungen der Pflegeversicherung besser zu verknüpfen und mit einer gezielten Pflegeberatung zu arrangiere.

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) berät den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen in allen medizinischen und pflegerischen Fragen, die diesem gesetzlich zugewiesen sind. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) auf Landesebene in medizinischen und organisatorischen Fragen.

Jos


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