Dienstag, 6. Juli 2010

Das Kassen-Defizit und Jupp Schmitz: Wer soll das bezahlen?

Nach langem Hin und Her hat die schwarz-gelbe Koalition in Berlin heute entscchieden, wie das Dauer-Loch in den Kassen der Krankenkassen vorläufig gestopft werden soll. Eins scheint schon festzustehen: Die  Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung steigen wieder von 14,9 auf 15,5 Prozent. Tröstlich dabei ist, dass dieser Teil der Last immerhin auch von den Arbeitgebern zu einem Teil mitgetragen werden soll, allerdings zu einem geringeren Teil. Aber dabei soll es nicht bleiben: Die bisherigen Zusatzbeiträge, die allein von den Arbeitnehmern gezahlt werden, werden auch noch angehoben. Angedeutet wurde eine soziale Abfederung für Rentner und sozial Schwache. Dier unsozialen Kopfpauschale werden Tür und Tor weiter geöffnet den je.


Worum geht es: Zurzeit melden die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von rund 11 Milliarden EURO:

Vor einigen Wochen kündigte Bundesgesundheitsminister Rösler  an, er wolle einen Betrag von zwei Milliarden EURO über regulierte Pharmapreise reinholen. Aber das ist mehr als schwammig: Denn da wurde nichts festgezurrt, da soll verhandelt werden.  Da wird nach den bisherigen Erfahrungen gezockt und getrickst.

Und wie gesagt: Wenn überhaupt, dann briongt das eine maximale Einsparung von höchstens zwei Milliarden EURO. Und das ist  bei einem aktuellen Fehlbetrag von elf Milliarden eher ein mittelprächtiger Tropfen auf den heißen Stein.

Was Kanzlerin Merkel und Rösler da heute auskungeln scheint in zwei Punkten schon jetzt klar zu sein: Die absolute Hauptlast tragen die Versicherten und - gelöst werden die Probkeme wieder einmal nicht. Spätestens nächstes Jahr heißt es dann wieder: "Alle Jahre wieder" und: "Ist denn schon wieder (noch immer) Defizit?"

Und eine Frage des kommenden Jahres darf bereits jetzt beabtwortet werden - die Frsge, die bereits 1949 der Kölner Vokssänger Jupp Schmitz chartstürmend stellte:

Wer soll das bezahlen,
 Wer hat das bestellt,
 Wer hat so viel Pinke-pinke,
 Wer hat so viel Geld? :|

Wer so viel Geld hätte. das wissen wir alle. Aber wer darf wohl weiterhin die Hauptlast tragen?
Immer die mit der schwächeren Lobby.

Norbert Maas

Kommentare:

  1. ... auch wenn das, was ich jetzt sage grausam ist, es ist harte realität: das gesammte gesundheits und soziale system hat seine "goldenen" jahre hinter sich !

    gespart wird an jeder ecke und kante, vor 10 jahren wurden z.b. die pflegestufen noch locker vergeben, die ausstellung eines schwebis war in einem monat durch

    (ja, ich kenne zu genüge leute die haben damals die pflegestufe 2 mit diagnosestellung bekommen, konnten aber noch autofahren, reisen ... etc.)

    es wurde schlicht und ergreifend aus den vollen geschöpft

    heute bekommt ne chorea huntington im endstadium noch nicht mal die 3 anerkannt ... da laufen die widersprüche bis die leute tod sind, und da scheint system drin zu sein ...

    um 2oo3 bekam man im KH alles um fit zu werden, von KG, wassertherapie ... alle untersuchungen die nötig waren, und verlängerung war kein thema bis der mensch wirklich fit war

    heute sind die liegezeiten so knapp das man angst bekommt, weil man mit höherem pflegebedarf nach hause muß und der pflegedienst schon garnicht mehr weiß wie er dich noch mitversorgen soll ... denn HA HA ... es läuft ja noch die anerkennung für den mehrbedarf

    man kann auf die jetzige regierung schimpfen, aber die hat auch die oberarschkarte gezogen, den dieses kollabieren des systems war abzusehen ...

    ein realist ist der berechnung dabei erkennt, das die passive sterbehilfe nun erlaubt ist ...

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  2. Wo wir gerade von der pflegeversicherung sprechen: sowohl in der ambulanten als auch der stationären pflege hat das marode system insgesamt unmenschkiche spuren hinterlassen.

    Ich gehöre ja eigentlich zu denen, die auch den vielzitiereten "worst case", also die theoretisch wie praktisch ubelste entwicklung ins kalkül ziehen. Aber in der pflegeversicherung hat uns kritiker die realität grausam überholt.

    ich erinnere mich, dass ich 1994 bei großen diskussionsveranstaltungen zur vorbereitung der pv in den zusammenfassungen immer wieder darauf hinwies, dass diw pflegeversicherung durchaus in einer "satt- und sauber-pflege enden könne.

    Ich gestehe heute, dass wir kritiker damals keine ahnung hatten und mit unserer düsteren prognose komplett daneben lagen. Wie heißt es so schön? Lächle und sei froh - es könnte schlimmer kommen. Ich gebe zu, ich habe in der frage der pv wenig gelächelt und war auch nie froh: aber es kam schlimmer.

    Bon satt- und sauber-pflege können wir in weiten bereichen nur noch träumen. Längst hat uns die gefährliche pflege eingeholt - wenn wir mal von dem potjemkinschen dörfern in hochglanzprospekten und vorzeigeabteilungen der anbieter aller konfessionen und weltanschauungen ode sonstigwn geschäftsmodelle absehen.

    Wir behinderte können da nur auf einen rechtzeitigen gnädigen tod hoffen.

    Nobert

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